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Geistliches Wort für die Fastenzeit 2024

 

Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und dem Aschenkreuz:

,,Gedenk o Mensch, Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück."

Ein gewohntes, aber dennoch beeindruckendes Zeichen unserer Vergänglich­ keit, wo wir spüren sollen: Es gab einmal eine Zeit, in der es uns nicht gab und es wird eine geben, wo es uns nicht mehr geben wird. Zumindest nicht mehr hier auf Erden. Trotzdem hat es uns einmal gegeben. Wir haben hier auf Erden gelebt und gewirkt. Auch wenn wir gestorben sind, wirken wir nach. Unser Tun, ob gut oder böse. hat Menschen berührt, geprägt oder ver­ ändert. Wir haben verletzt und geheilt, haben unseren Vorteil gesucht und andere gelten lassen. Waren herrschsüchtig oder nachgiebig, haben uns um die Tugenden Glauben, Hoffnung und Liebe bemüht oder waren auch gleich­ gültig gegenüber Gott und dem Gedanken an ein ewiges Leben. Haben den Augenblick gesucht oder für das ewig Bleibende gearbeitet.

Vieles mischt sich in einem Menschenleben zusammen. Selten sind schwarz und weiß, Gut und Böse streng voneinander getrennt.

Alle die glauben, sie hätten keine Sünden, sollten über das Wort aus dem 1. Johannesbrief nachdenken: ,,Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihm zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns." (1,8-2,2:

Denn wegen der Sünden der Menschen hat Gott so großes Erbarmen, dass sich sein einziger Sohn hingab, um die Welt daraus zu erlösen. Er will jeden Menschen zeigen, dass der Weg zu Gott offen ist und uns dort Vergebung geschenkt wird.

Die eigene Vergänglichkeit und die Verstrickung in das Böse will uns die Fastenzeit aufzeigen, um uns dann hinzuführen in das Geheimnis der Erlö­ sung: zu Jesu Leiden und Sterben am Kreuz und seiner Auferstehung aus dem Tod am Ostermorgen.

Es sind viele Formen des Fastens modern geworden. Die wenigsten haben mit diesem ursprünglichen Ziel zu tun. So mancher Verzicht schadet nicht, doch wenn er uns dabei nicht näher zu Gott führt, ist es nicht im Sinn der „öster­ lichen Bußzeit." Verzicht auf Gewohntes, dadurch Erspartes zu spenden und das verstärkte Suchen Gottes im Gebet, bilden wohl die klassische Form, wie wir die Fastenzeit gestalten sollen.

Das Einbinden Gottes in das alltägliche Leben will uns spüren lassen, dass wir seit unserer Taufe eingebunden sind, in Gottes Leben. Dieses Geschenk will unserem Dasein Sinn und Inhalt geben, weil wir damit eine Hoffnung haben und anderen Hoffnung schenken können, wenn manches hoffnungslos erscheint. Wir leben in der Spannung zwischen Karfreitag und Ostermorgen, bis am Ende der Zeit, Gott alles in seiner Herrlichkeit vollenden wird.

Eine besinnliche Fastenzeit und frohe Ostern wünscht Ihnen Ihr Pfarrer

Franz Remberger